Knochenaufbau am Implantat: fehlenden Kieferknochen direkt beim Eingriff ergänzen | MKG Köln West

Knochenaufbau am Implantat (GBR): Wann er sinnvoll ist, wie er funktioniert und was die Forschung sagt.

April 5, 2026

Priv.-Doz. Dr. Dr. Matthias Zirk

Fellow des European Board of Oral-Maxillo-Facial Surgery, Facharzt & Habilitation MKG-Chirurgie, MKG Köln West

Lesezeit:
4
Min.

Wenn beim Setzen eines Zahnimplantats rund um den Implantatkörper nicht genug Kieferknochen vorhanden ist, kann der fehlende Knochen direkt im selben Eingriff ergänzt werden. Dieses Verfahren heißt Guided Bone Regeneration (GBR) oder simultaner Knochenaufbau, und ist bei begrenzten Defekten eines der bewährtesten Vorgehen der modernen Implantologie. In unserer Praxis MKG Köln West in Köln-Weiden setzen wir GBR wissenschaftlich fundiert und nach den aktuellen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) ein. Entscheidend ist die richtige Indikation: Nicht jeder Knochendefekt eignet sich für einen einzeitigen Aufbau, und ein größerer Defekt kann besser zweizeitig versorgt werden.

Was ist Guided Bone Regeneration (GBR)?

Guided Bone Regeneration ist ein chirurgisches Verfahren, bei dem fehlender Knochen rund um das Implantat gezielt aufgebaut wird. Der Begriff "guided" bezieht sich darauf, dass eine Barrieremembran die Knochenregeneration lenkt:

  • Knochenersatzmaterial wird in den Defekt eingebracht
  • Eine Membran verhindert, dass schnell wachsendes Weichgewebe einwächst
  • Der Knochen kann unter dieser Membran in Ruhe regenerieren
  • Das Implantat und der Knochenaufbau heilen gemeinsam ein

Das Prinzip wurde bereits in den 1980er Jahren entwickelt und gehört heute zu den am besten dokumentierten Verfahren der oralen Implantologie. Die Membran kann resorbierbar (löst sich mit der Zeit auf) oder nicht-resorbierbar (muss später entfernt werden) sein. Die Auswahl richtet sich nach Defektgröße, Lokalisation und individueller Ausgangslage.

Resorbierbare vs. nicht-resorbierbare Membranen

Resorbierbare Kollagenmembranen sind heute Standard bei kleineren bis mittleren Defekten. Sie müssen nicht in einem zweiten Eingriff entfernt werden und sind für Patienten komfortabler. Nicht-resorbierbare Membranen, zum Beispiel PTFE-basiert, bieten bei größeren Defekten mehr Stabilität, erfordern aber einen kleinen Folgeeingriff zur Entfernung.

Wann ist ein simultaner Aufbau sinnvoll?

GBR am Implantat eignet sich vor allem für kleinere, lokal begrenzte Knochendefekte. In unserer Praxis prüfen wir die Indikation immer individuell auf Basis einer dreidimensionalen DVT-Aufnahme. Typische Situationen für einen einzeitigen Aufbau sind:

  • Dehiszenzen: Knochen fehlt entlang des Implantats
  • Fensterungen: lokale Knochenlücken an den Implantatseiten
  • Geringer horizontaler Knochenverlust mit ausreichender Restknochenhöhe
  • Stabile Implantatprimärverankerung trotz Defekt

Entscheidend ist: Das Implantat muss trotz des fehlenden Knochens stabil verankert werden können. Ist diese Primärstabilität nicht gegeben, ist ein zweizeitiges Vorgehen die deutlich sicherere Wahl.

Wann ist ein zweizeitiger Aufbau die bessere Option?

Bei größeren Defekten, ausgeprägter Atrophie oder ungünstiger Knochenqualität empfehlen wir den Knochenaufbau als Vorstufe zum Implantat. Das bedeutet:

  • Erster Eingriff: Knochen wird aufgebaut und heilt ein (3 bis 6 Monate)
  • Zweiter Eingriff: Implantation in den neu gebildeten Knochen
  • Längere Gesamtdauer, aber höhere Erfolgssicherheit bei schwierigen Fällen

Die Entscheidung "ein- oder zweizeitig" treffen wir individuell nach DVT-Diagnostik und gemeinsam mit Ihnen. In komplexen Fällen, etwa bei stark zurückgebildetem Kieferknochen, kommen alternativ auch patientenspezifische Implantate (PSI) infrage, die ohne klassischen Knochenaufbau auskommen.

Welche Materialien wir für GBR verwenden

Die Wahl des Knochenersatzmaterials und der Membran ist entscheidend für den langfristigen Erfolg. Wir setzen ausschließlich Materialien mit hochwertiger wissenschaftlicher Dokumentation ein.

Knochenersatzmaterialien

  • Eigenknochen (autolog): der "Goldstandard" mit höchster biologischer Aktivität, oft aus dem Kieferwinkel oder Kinnbereich gewonnen
  • Xenogenes Material: aufbereiteter boviner Knochen, sehr gut osseointegrierbar
  • Allogenes Material: humaner Spenderknochen aus zertifizierten Knochenbanken
  • Alloplastische Materialien: synthetische Knochenersatzstoffe, zum Beispiel β-Tricalciumphosphat

In vielen Fällen kombinieren wir Eigenknochen mit xenogenem Material, um sowohl die biologische Aktivität als auch die Volumenstabilität optimal zu nutzen.

Unterstützung durch PRF

Zur Beschleunigung der Wundheilung setzen wir bei vielen Eingriffen Platelet Rich Fibrin (PRF) aus dem patienteneigenen Blut ein. PRF enthält körpereigene Wachstumsfaktoren und unterstützt nachweislich die Knochen- und Weichgewebsregeneration.

Ablauf einer GBR-Implantation in Köln-Weiden

Ein typischer GBR-Eingriff verläuft bei uns in folgenden Schritten:

  1. Lokalanästhesie, auf Wunsch auch Sedierung im Dämmerschlaf
  2. Darstellung des Knochens durch Schleimhautablösung
  3. Vorbereitung des Implantatbettes und Setzen des Implantats, auf Wunsch mit der besonders schonenden Piezosurgery (Ultraschallchirurgie)
  4. Einbringen von Knochenersatzmaterial im Defektbereich
  5. Abdeckung mit einer Barrieremembran
  6. Spannungsfreier Wundverschluss, der wichtigste Erfolgsfaktor
  7. Einheilphase von in der Regel 3 bis 6 Monaten

Der gesamte Eingriff dauert je nach Defektgröße und Implantatzahl typischerweise zwischen 60 und 120 Minuten.

Welche Beschwerden nach dem Eingriff zu erwarten sind

Nach einer GBR sind folgende Begleiterscheinungen normal und vorübergehend:

  • Schwellung (Maximum typischerweise am 2. bis 3. Tag)
  • Druckgefühl im Operationsgebiet
  • Leichte Blutungen und Blutergüsse
  • Eingeschränkte Kaufunktion in den ersten Tagen

Mit konsequenter Kühlung, der von uns verordneten Medikation und körperlicher Schonung klingen die Beschwerden in der Regel nach wenigen Tagen deutlich ab. Sie erhalten von uns eine ausführliche schriftliche Nachsorgeanleitung.

Erfolgsfaktoren für eine gelungene GBR

Der langfristige Erfolg einer Guided Bone Regeneration hängt von mehreren Faktoren ab. Aktuelle Studien zeigen für GBR im Rahmen von Implantationen Erfolgsraten von über 90 Prozent bei korrekter Indikation und Durchführung.

  • Richtige Indikationsstellung (DVT-gestützt)
  • Qualität von Knochenersatzmaterial und Membran
  • Spannungsfreier Wundverschluss durch erfahrene Operateure
  • Konsequente Nachsorge durch den Patienten
  • Rauchstopp, Nikotin verschlechtert die Heilung deutlich und erhöht das Verlustrisiko
  • Gute Mundhygiene vor und nach dem Eingriff
  • Behandlung etwaiger Begleiterkrankungen, zum Beispiel gut eingestellter Diabetes

Risiken und mögliche Komplikationen

GBR ist ein etabliertes und sicheres Verfahren. Dennoch klären wir Sie offen über mögliche Risiken auf:

  • Wundheilungsstörungen, besonders bei Rauchern
  • Membranfreilegung mit teilweisem Materialverlust
  • Infektion des Aufbaubereichs
  • Unzureichende Knochenneubildung mit Notwendigkeit eines erneuten Eingriffs
  • Sensibilitätsstörungen bei Eingriffen in Nervennähe

Durch unsere DVT-basierte Planung, schonende OP-Verfahren und die langjährige Erfahrung unseres MKG-Teams reduzieren wir diese Risiken auf ein Minimum.

Beratungstermin in Köln-Weiden vereinbaren

Sie haben einen Knochendefekt im Kiefer und möchten wissen, ob ein simultaner Knochenaufbau mit GBR in Ihrem Fall möglich ist? Oder eine fundierte Zweitmeinung zu einem bestehenden Behandlungsplan? Wir nehmen uns Zeit für eine ausführliche Diagnostik mit DVT und besprechen alle Optionen verständlich mit Ihnen, persönlich in unserer Praxis in Köln-Weiden.

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Oft gestellte Fragen unserer Patienten

Ist ein Knochenaufbau bei jedem Implantat nötig?

Was bedeutet GBR (Guided Bone Regeneration)?

Mit welchen Beschwerden kann nach dem Eingriff rechnen?

Was wenn der Aufbau nicht ausreicht?

Welche Alternativen gibt es?

Quellenangaben:

Fachliche Grundlagen und Leitlinien

Die Empfehlungen auf dieser Seite basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Leitlinien der zahnmedizinischen Fachgesellschaften, unter anderem:

  • DGI, Deutsche Gesellschaft für Implantologie: Leitlinien zum Knochenmanagement und zur gesteuerten Knochenregeneration
  • DGZMK, Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
  • AWMF, S3-Leitlinien Zahnmedizin (Implantatprothetik und Augmentationsverfahren)
  • EAO, European Association for Osseointegration: Konsensuspapiere zu Augmentationsverfahren
  • BZÄK, Bundeszahnärztekammer: Patienteninformationen Zahnimplantate

Dieses Infoportal wird von MKG Köln West betrieben, einer auf Implantologie spezialisierten Fachpraxis für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie in Köln (Bunzlauer Str. 1, 50858 Köln-Weiden). Alle Behandlungen finden dort statt.

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