Periimplantitis: Symptome erkennen, Implantat retten | MKG Köln West

Periimplantitis am Zahnimplantat: Wie man Symptome früh erkennt und das Implantat noch retten kann.

March 19, 2026

Dr. Dr. Johannes Scholz

Facharzt für Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie, Oralchirurg & Implantologe, MKG Köln West

Lesezeit:
3
Min.

Periimplantitis ist eine entzündliche Erkrankung des Gewebes rund um ein Zahnimplantat und die häufigste Ursache dafür, dass Implantate nach erfolgreicher Einheilung langfristig verloren gehen. Die gute Nachricht: Wer die Symptome früh erkennt, hat in den meisten Fällen gute Chancen, das Implantat zu erhalten. In unserer Praxis MKG Köln West in Köln-Weiden erstellen wir bei Verdacht auf Periimplantitis einen individuellen Therapieplan. Je früher die Behandlung beginnt, desto schonender kann sie verlaufen, und desto höher sind die Erfolgsaussichten.

Was ist Periimplantitis?

Periimplantitis bezeichnet eine Entzündung, die das Gewebe um ein Implantat betrifft und mit Knochenabbau einhergeht. Sie entwickelt sich meist aus einer oberflächlicheren Vorstufe, der periimplantären Mukositis, die zunächst nur das Weichgewebe betrifft.

Die drei Stadien im Überblick

  • Mukositis: Entzündung nur im Weichgewebe, bei rechtzeitiger Behandlung reversibel
  • Periimplantitis: Entzündung mit fortschreitendem Knochenabbau, oft nicht vollständig reversibel
  • Spätes Stadium: ausgeprägter Knochenverlust bis hin zur Implantatlockerung

Die Ähnlichkeit zur Parodontitis am natürlichen Zahn ist groß, die biologischen Mechanismen überlappen sich. Die Behandlung am Implantat ist allerdings oft komplexer, da Implantatoberflächen schwerer von Bakterien zu reinigen sind als die glatte Wurzeloberfläche eines natürlichen Zahns.

Frühe Warnzeichen einer Periimplantitis

Das Tückische: Periimplantitis verläuft gerade zu Beginn häufig schmerzarm. Umso wichtiger ist es, auf folgende Anzeichen zu achten:

  • Zahnfleischbluten rund um das Implantat beim Zähneputzen
  • Rötung und Schwellung des Zahnfleischs
  • Zurückgezogenes Zahnfleisch, sichtbare Implantatschulter
  • Mundgeruch, der trotz Mundhygiene nicht verschwindet
  • Unangenehmer Geschmack im Mund
  • Druckgefühl oder Klopfempfindlichkeit
  • Eiteraustritt (Spätzeichen)
  • Lockerung des Implantats (Spätzeichen)

Schmerzen treten häufig erst in fortgeschrittenen Stadien auf. Deshalb ersetzt regelmäßige Nachsorge bei Ihrem Zahnarzt oder bei uns die eigene Symptombeobachtung nicht, auch wenn Sie sich beschwerdefrei fühlen.

Typischer Befund einer Periimplantitis: Das Zahnfleisch ist gerötet und zurückgezogen, die Implantatschulter wird sichtbar, und der Knochen rund um das Implantat baut sich ab. Wer diese Anzeichen frühzeitig erkennt, hat gute Chancen, das Implantat zu erhalten.

Risikofaktoren: wer besonders aufpassen sollte

Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko für Periimplantitis deutlich. Wir beziehen diese Faktoren in unsere Diagnostik und Therapieplanung immer ein:

  • Rauchen, der Hauptrisikofaktor mit nachgewiesen erhöhter Verlustrate
  • Vorgeschichte mit Parodontitis am natürlichen Gebiss
  • Mangelhafte Mundhygiene
  • Unregelmäßige professionelle Zahnreinigung
  • Schlecht eingestellter Diabetes mellitus
  • Nicht optimal gestaltete prothetische Versorgung, zum Beispiel Zementreste oder schwer zu reinigende Übergänge
  • Genetische Veranlagung

Liegt einer oder mehrere dieser Faktoren bei Ihnen vor, planen wir die Nachsorge engmaschiger.

Diagnostik bei Verdacht auf Periimplantitis

Die Abklärung folgt in unserer Praxis einem strukturierten Ablauf:

  1. Ausführliche Anamnese und Symptomerhebung
  2. Klinische Untersuchung: Blutung auf Sondierung, Sondierungstiefe, Eiterung
  3. Röntgenaufnahme zum Vergleich mit der Baseline nach Einheilung
  4. Dreidimensionale DVT-Aufnahme bei unklaren Befunden oder komplexer Anatomie
  5. Mikrobiologische Analyse bei schwerem oder therapieresistentem Verlauf

Entscheidend ist der Vergleich zur Ausgangssituation, nur so lässt sich ein echter Knochenverlust sicher feststellen. Falls Sie ein Implantat aus einer anderen Praxis mitbringen, fragen wir gezielt nach den damaligen Röntgenbildern.

Behandlungsmöglichkeiten

Je nach Schweregrad kommen unterschiedliche Therapiestufen infrage. Wir wählen die schonendste Option, die nachhaltig zum Ziel führt.

Nichtchirurgische Therapie (frühes Stadium)

Im frühen Stadium reicht meist eine konservative Behandlung:

  • Professionelle Reinigung der Implantatoberfläche, bei uns auf Wunsch mit dem schonenden GalvoSurge®-Verfahren
  • Antimikrobielle Unterstützung, lokal oder systemisch
  • Intensive Mundhygieneschulung
  • Engmaschige Kontrolltermine

Chirurgische Therapie (fortgeschrittenes Stadium)

Bei fortgeschrittener Periimplantitis ist ein chirurgischer Eingriff nötig:

  • Freilegung der Implantatoberfläche
  • Gründliche Dekontamination der Implantatoberfläche
  • Bei Bedarf regenerativer Knochenaufbau zur Wiederherstellung des verlorenen Knochenvolumens
  • Spannungsfreier Wundverschluss

Zur Förderung der Wundheilung setzen wir bei vielen Eingriffen Platelet Rich Fibrin (PRF) aus dem patienteneigenen Blut ein.

Resektive Therapie

Bei ausgeprägten Knochentaschen formen wir Knochen und Weichgewebe um, sodass die Bereiche wieder gut zu reinigen sind und die Entzündung dauerhaft kontrolliert werden kann.

Explantation

Bei fortgeschrittenem Knochenverlust oder erfolgloser Vortherapie kann die Entfernung des Implantats notwendig werden. In vielen Fällen ist nach einer Einheilphase eine Neuversorgung möglich, auf Wunsch mit einem Knochenaufbau oder einem patientenspezifischen Implantat (PSI) bei größeren Defekten.

Prävention: so schützen Sie Ihr Implantat

Das wichtigste Werkzeug gegen Periimplantitis ist konsequente Prävention. Studien zeigen, dass strukturierte Nachsorgeprogramme das Risiko einer Periimplantitis um bis zu 50 Prozent senken können.

  • Tägliche Mundhygiene inklusive Zahnseide oder Interdentalbürstchen
  • Regelmäßige professionelle Zahnreinigung (Intervall individuell festgelegt)
  • Kontrollen bei Ihrem Zahnarzt alle 6 Monate
  • Rauchstopp, einer der stärksten Schutzfaktoren überhaupt
  • Bei Parodontitis-Vorgeschichte: engmaschigere Nachsorge
  • Gute Diabetes-Einstellung
  • Sofortige Vorstellung bei Auffälligkeiten, nicht abwarten

Verdacht auf Periimplantitis? Frühzeitig handeln

Sie haben Beschwerden rund um Ihr Implantat oder möchten eine fundierte Zweitmeinung? Je früher die Behandlung beginnt, desto besser stehen die Chancen, Ihr Implantat zu erhalten. Wir nehmen uns Zeit für eine gründliche Diagnostik mit DVT und besprechen alle Therapieoptionen verständlich mit Ihnen, persönlich in unserer Praxis in Köln-Weiden. Auf Wunsch ist die Behandlung auch in Sedierung (Dämmerschlaf) möglich.

Termin online buchen · WhatsApp-Nachricht senden · Praxis anrufen: 02234 - 2509605 · Kostenrechner starten

Oft gestellte Fragen unserer Patienten

Ist Periimplantitis das Gleiche wie Parodontitis?

Kann ein Implantat trotz guter Einheilung später noch entzündet werden?

Tut Periimplantitis immer weh?

Kann man Periimplantitis ohne Operation behandeln?

Wie oft sollte ein Implantat kontrolliert werden?

Quellenangaben:

Fachliche Grundlagen und Leitlinien

Die Empfehlungen auf dieser Seite basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Leitlinien der zahnmedizinischen Fachgesellschaften, unter anderem:

  • DGI, Deutsche Gesellschaft für Implantologie: Leitlinien zu Diagnostik und Therapie der Periimplantitis
  • DGZMK, Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
  • AWMF, S3-Leitlinien Zahnmedizin (Periimplantäre Infektionen)
  • EFP, European Federation of Periodontology: Konsensuspapiere zu periimplantären Erkrankungen
  • EAO, European Association for Osseointegration

Dieses Infoportal wird von MKG Köln West betrieben, einer auf Implantologie spezialisierten Fachpraxis für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie in Köln (Bunzlauer Str. 1, 50858 Köln-Weiden). Alle Behandlungen finden dort statt.

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