Welches Implantat bei Parodontose?

Welches Implantat bei Parodontose? Was zuerst passieren muss und welche Implantate geeignet sind.

January 21, 2026

Dr. Dr. Johannes Scholz

Facharzt für Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie, Oralchirurg & Implantologe, MKG Köln West

Lesezeit:
3
Min.

Ja, in vielen Fällen ist eine Implantatversorgung auch nach einer Zahnfleischerkrankung (Parodontitis) möglich. Entscheidend ist allerdings, dass die Entzündung behandelt und dauerhaft stabil ist – und dass Zahnfleisch und Kieferknochen eine sichere Grundlage für das Implantat bieten.

Damit Sie wissen, worauf es ankommt, haben wir die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst.

Wann sind Implantate nach Parodontitis möglich?

Implantate kommen in Frage, wenn:

  • keine aktive Entzündung mehr vorliegt (keine akute Infektion)
  • die Zahnfleischtaschen deutlich reduziert und stabil sind
  • das Zahnfleisch ruhig ist (möglichst wenig Blutung/Schwellung)
  • ausreichend Knochen vorhanden ist – oder der Knochen aufgebaut werden kann
  • Sie bereit sind, eine konsequente Nachsorge und gute Mundhygiene einzuhalten

Bestehen noch deutliche Blutungen, Schwellungen, Eiter oder starke Entzündungszeichen, sollte die Implantation nicht sofort erfolgen. Dann steht zuerst die Stabilisierung der Zahnfleischgesundheit im Vordergrund.

Warum sind gesundes Zahnfleisch und ausreichend Knochen so wichtig?

Ein Implantat muss fest im Knochen einheilen (Osseointegration). Dafür braucht es:

  • stabile Knochenverhältnisse für sicheren Halt
  • gesundes Zahnfleisch, damit Bakterien die Implantatregion nicht dauerhaft reizen

Nach Parodontitis ist das Risiko für eine Periimplantitis (Entzündung am Implantat) erhöht. Diese Entzündung kann Knochen um das Implantat abbauen und langfristig zu Problemen führen. Deshalb sind Kontrolle, Hygiene und Nachsorge besonders wichtig.

Welche Risiken bestehen bei Parodontitis-Vorgeschichte?

Wenn früher eine Parodontitis bestanden hat, können folgende Punkte wahrscheinlicher sein:

  • höheres Risiko für Entzündungen am Implantat (Periimplantitis)
  • ggf. zusätzliche Behandlungen nötig (Knochenaufbau, Weichgewebsaufbau)
  • längere Behandlungszeit durch Vorbehandlung/Heilungsphasen
  • engmaschigere Kontrollen und regelmäßige professionelle Reinigungen notwendig

Das heißt nicht, dass Implantate „nicht funktionieren“ – aber die Planung muss sorgfältig sein und die Nachsorge konsequent.

Wie läuft die Vorbereitung bei uns ab?

1) Gründliche Untersuchung & Diagnostik

Wir prüfen:

  • Zahnfleischzustand, Taschentiefen, Blutungsneigung
  • Stabilität der umliegenden Zähne
  • Knochenangebot (Röntgen und bei Bedarf 3D-Diagnostik/CBCT)

2) Behandlung und Stabilisierung des Zahnfleisches

Wenn nötig, erfolgt vor einer Implantation zunächst z. B.:

  • Tiefenreinigung (Scaling/Wurzelglättung)
  • ggf. zusätzliche parodontale Maßnahmen
  • Aufbau eines Nachsorge- und Prophylaxeprogramms

Erst wenn die Situation stabil ist, planen wir den Implantateingriff.

3) Knochenaufbau, wenn erforderlich

Fehlt Knochen, kann – abhängig von Region und Ausmaß – ein Knochenaufbau sinnvoll sein (z. B. Augmentation, im Oberkiefer ggf. Sinuslift). Danach folgt eine Heilungsphase, bevor implantiert wird.

Ablauf der Implantation & Heilung

Wenn Zahnfleisch und Knochen stabil sind, wird das Implantat eingesetzt. Danach folgt die Einheilphase (meist mehrere Monate – abhängig von Knochenqualität und Region). In dieser Zeit ist Schonung und gute Hygiene besonders wichtig.

Langzeitpflege: der wichtigste Erfolgsfaktor

Gerade nach Parodontitis gilt: Implantate brauchen Pflege. Dazu gehören:

  • gründliche tägliche Reinigung (Zahnbürste + Interdentalreinigung)
  • regelmäßige professionelle Zahnreinigung / Parodontitis-Nachsorge
  • Kontrolltermine zur Früherkennung von Entzündungen

So lassen sich Risiken deutlich reduzieren und Implantate langfristig stabil halten.

Wann sind Implantate eher nicht empfohlen?

Implantate sind meist nicht sinnvoll, wenn:

  • eine aktive, unbehandelte Parodontitis vorliegt
  • schwere Entzündungen nicht stabilisiert werden können
  • bestimmte Allgemeinerkrankungen unkontrolliert sind (z. B. schlecht eingestellter Diabetes)
  • starkes Rauchen die Heilung deutlich gefährdet
  • notwendiger Knochenaufbau nicht möglich oder nicht gewünscht ist

In solchen Fällen besprechen wir mit Ihnen passende Alternativen (z. B. Brücke/Prothese) oder ein stufenweises Vorgehen.

Fazit

Zahnimplantate sind nach einer Zahnfleischerkrankung häufig möglich – aber erst nach erfolgreicher Behandlung und Stabilisierung. Eine sorgfältige Diagnostik, eine entzündungsfreie Ausgangssituation und konsequente Nachsorge sind die entscheidenden Voraussetzungen für langfristigen Erfolg.

Oft gestellte Fragen unserer Patienten

Kann ich trotz Parodontose ein Implantat bekommen?

Was ist Periimplantitis?

Was tun wenn durch Parodontose zu wenig Knochen vorhanden?

Wie wichtig ist die Nachsorge?

Was sind die Voraussetzungen für langfristigen Erfolg?

Quellenangaben:

Dieses Infoportal wird von MKG Köln West betrieben, einer auf Implantologie spezialisierten Fachpraxis für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie in Köln (Bunzlauer Str. 1, 50858 Köln-Weiden). Alle Behandlungen finden dort statt.

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