
Facharzt für Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie, Oralchirurg & Implantologe, MKG Köln West
Mehr als 10.000 gesetzte Zahnimplantate bedeuten nicht nur viele Operationen. Sie bedeuten vor allem viele tausend unterschiedliche Ausgangssituationen, Gespräche und Entscheidungen. Dr. Dr. Johannes Scholz erklärt, worauf es bei Zahnimplantaten aus seiner Erfahrung wirklich ankommt – und was Patientinnen und Patienten häufig unterschätzen.
Dr. Dr. Johannes Scholz
Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Oralchirurg und Implantologe
MKG Köln West, Köln-Weiden
Eine Frage höre ich in meiner Sprechstunde besonders häufig: „Herr Dr. Scholz, worauf kommt es bei einem Zahnimplantat wirklich an?“
Viele Patienten denken zunächst an das Implantatsystem, die Kosten oder daran, ob der Eingriff schmerzhaft ist. Das sind verständliche Fragen. Nach mehr als 10.000 gesetzten Implantaten sehe ich aber vor allem eines: Der langfristige Erfolg beginnt deutlich früher als bei der eigentlichen Operation.
Entscheidend sind eine sorgfältige Diagnostik, die richtige Einschätzung des vorhandenen Knochens, mögliche individuelle Risikofaktoren, eine geeignete chirurgische Planung und anschließend eine konsequente Nachsorge.
Genau darüber möchte ich hier sprechen – nicht aus der Perspektive eines Lehrbuchs, sondern darüber, was ich meinen Patientinnen und Patienten heute im persönlichen Beratungsgespräch in unserer Praxisklinik in Köln-Weiden erkläre.
Die Kostenfrage gehört zu fast jedem Erstgespräch. Und natürlich ist sie wichtig.
Trotzdem gibt es eine zweite Frage, die mindestens genauso entscheidend ist:
Welche Behandlung braucht mein Kiefer tatsächlich?
Nicht jeder Patient benötigt den gleichen Eingriff. Bei manchen kann ein Implantat unter vergleichsweise einfachen Voraussetzungen eingesetzt werden. Bei anderen fehlt Knochen, die Kieferhöhle liegt sehr nah am geplanten Implantat oder es bestehen Erkrankungen und Medikamente, die wir berücksichtigen müssen.
Deshalb steht für mich vor einem endgültigen Behandlungsvorschlag immer die Diagnostik.
Wer vor dem Beratungstermin bereits eine erste Kostenorientierung möchte, kann unseren Implantat-Kostenrechner nutzen. Welche Faktoren den Preis bestimmen, erklären wir im Beitrag Kosten Zahnimplantat Köln; was die Krankenkasse übernimmt, im Beitrag zu Festzuschuss und Bonusheft, und Möglichkeiten der Ratenzahlung in unserem Finanzierungsservice. Den konkreten Behandlungs- und Kostenplan erstellen wir anschließend individuell.
Eine Implantation lässt sich nicht sinnvoll nach einem Standardschema planen.
Fehlt ein Zahn über längere Zeit, kann sich der Kieferknochen in diesem Bereich zurückbilden. Warum das so ist, erklären wir im Beitrag Zahnverlust führt zu Knochenabbau. Wie viel Knochen tatsächlich vorhanden ist, lässt sich durch die klinische Untersuchung und die bildgebende Diagnostik beurteilen.
Wenn für die konkrete Fragestellung eine dreidimensionale Darstellung erforderlich ist, nutzen wir eine digitale Volumentomographie (DVT). Sie ermöglicht eine räumliche Beurteilung des Kiefers und kann beispielsweise zeigen, welche Knochenhöhe und -breite vorhanden ist, wie Nervenstrukturen verlaufen oder wie die anatomische Situation zur Kieferhöhle aussieht. Was die DVT für die Implantatplanung leistet, haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengefasst.

Erst danach lässt sich seriös entscheiden, welcher Weg sinnvoll ist.
Das ist einer der Punkte, die ich heute differenzierter betrachte als zu Beginn meiner implantologischen Tätigkeit.
Früher bedeutete ausgeprägter Knochenabbau häufig: zunächst Knochen aufbauen, mehrere Monate warten und anschließend implantieren. Knochenaufbau ist auch heute ein etabliertes und wichtiges Verfahren – und in vielen Situationen die richtige Lösung.
Aber er ist nicht mehr für jeden Patienten automatisch der einzige Weg.
Abhängig von der individuellen Ausgangssituation kommen heute beispielsweise gezielter Knochenaufbau oder Sinuslift, kurze Implantate, All-on-4®- oder All-on-6®-Versorgungen, Zygoma-Implantate oder in ausgewählten Fällen patientenspezifische subperiostale Implantate (PSI) infrage.
Im Video: Wie ein patientenspezifisches Implantat (PSI) aus den 3D-Daten des Kiefers am Computer konstruiert, aus Titan gefertigt und auf dem Kieferknochen befestigt wird – und warum dadurch bei starkem Knochenabbau oft kein Knochenaufbau mehr nötig ist. Weitere Videos finden Sie auf dem YouTube-Kanal der MKG Köln West.
Gerade bei sehr starkem Knochenschwund können solche spezialisierten Verfahren eine zusätzliche Behandlungsoption darstellen. Dabei ist mir wichtig: Nicht jedes Verfahren ist für jeden Patienten geeignet. Wo ein konventionelles Implantat unter guten anatomischen Bedingungen möglich ist, bleibt es eine bewährte Standardversorgung. Welche Lösung wann infrage kommt, lesen Sie im Vergleich Standardimplantat oder PSI.
Die Aufgabe des Implantologen besteht aus meiner Sicht deshalb nicht darin, möglichst schnell eine bestimmte Methode anzubieten. Die Aufgabe besteht darin, aus mehreren Möglichkeiten diejenige auszuwählen, die zur individuellen Situation des Patienten passt.
Ich sehe regelmäßig Patientinnen und Patienten, denen zuvor gesagt wurde, Implantate seien aufgrund des Knochenabbaus nicht oder nur nach einem sehr umfangreichen Knochenaufbau möglich.
Manchmal bestätigt sich diese Einschätzung.
Manchmal zeigt die dreidimensionale Planung aber auch andere Möglichkeiten.
Gerade bei komplexen Ausgangssituationen kann deshalb eine zweite implantologische oder mund-, kiefer- und gesichtschirurgische Einschätzung sinnvoll sein.
In der MKG Köln West beschäftigen wir uns neben klassischen Zahnimplantaten und Knochenaufbauten auch intensiv mit Behandlungsmöglichkeiten bei ausgeprägtem Knochenmangel. Gemeinsam mit Priv.-Doz. Dr. Dr. Matthias Zirk engagiere ich mich dafür in der Deutschen Gesellschaft für Patientenspezifische Implantate (DGPSI); Fallbeispiele aus unserer Praxis sind in einer Fachpublikation des Berufsverbands der Deutschen Chirurgie beschrieben. Einen verständlichen Überblick gibt außerdem feste-zaehne-ohne-knochenaufbau.de.
Diabetes, Rauchen, eine vorausgegangene Parodontitis, Blutverdünner, Osteoporose oder bestimmte Medikamente bedeuten nicht automatisch, dass eine Implantation ausgeschlossen ist.
Sie können das Risiko und die Behandlungsplanung jedoch verändern.
Ein gut eingestellter Diabetes muss beispielsweise anders bewertet werden als ein schlecht eingestellter Stoffwechsel. Bei bestimmten Medikamenten wie Bisphosphonaten oder Denosumab muss das individuelle Risiko einer Kiefernekrose (MRONJ) sorgfältig beurteilt werden. Blutverdünnende Medikamente dürfen nicht einfach eigenständig abgesetzt werden.
Hier hilft mir auch meine Ausbildung als Arzt und Zahnarzt sowie die Facharztausbildung in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Ich betrachte nicht nur den einzelnen Zahn, sondern auch Erkrankungen, Medikamente und die gesamte gesundheitliche Situation.
Bei Bedarf stimmen wir das Vorgehen mit den behandelnden Hausärzten oder Fachärzten ab. Wie wir Risikopatienten in der Praxis begleiten und welche Anästhesie dabei infrage kommt, lesen Sie auf unseren Praxisseiten; welche Faktoren im Einzelnen eine Rolle spielen, im Beitrag Implantate trotz Risikofaktoren.
Auch das habe ich aus vielen tausend Gesprächen gelernt: Manche Patienten verschieben eine notwendige Behandlung nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Angst.
Deshalb frage ich inzwischen sehr bewusst danach.
Wer große Angst vor einer Implantation hat, sollte das bereits beim ersten Gespräch sagen. Dann können wir den Ablauf entsprechend planen, jeden Schritt vorher besprechen und ausreichend Zeit einplanen.
Neben der Behandlung in örtlicher Betäubung sind bei uns – abhängig vom Eingriff und von der individuellen Situation – auch Behandlungen im Dämmerschlaf oder in Vollnarkose mit Anästhesist möglich. Was Sie dabei erwartet, beschreiben wir im Beitrag Dämmerschlaf beim Zahnarzt.
Niemand muss seine Angst vor einem solchen Eingriff verstecken. Für uns ist sie eine Information, die wir in die Planung einbeziehen. Mehr dazu auf unserer Seite für Angstpatienten.
Das Implantat ist nach dem Eingriff zunächst im Knochen eingesetzt. Danach beginnt die Einheilphase, in der sich das Implantat biologisch mit dem Knochen verbinden soll – die sogenannte Osseointegration.
Wie lange diese Phase dauert, ist individuell unterschiedlich und hängt unter anderem von der Implantatposition, der Knochenqualität, der Primärstabilität und möglichen Begleiteingriffen wie einem Knochenaufbau ab. Einen Überblick über die einzelnen Schritte gibt der Beitrag Der Ablauf in 6 Phasen.
In dieser Zeit spielen auch die Patienten selbst eine wichtige Rolle: gute Mundhygiene, die Einhaltung der Verhaltensempfehlungen und insbesondere der Verzicht auf Nikotin unterstützen eine komplikationsarme Heilung.
Ein Implantat kann keine Karies bekommen. Das bedeutet aber nicht, dass es keine Probleme entwickeln kann.
Das Gewebe rund um ein Implantat kann sich entzünden. Entwickelt sich daraus ein Abbau des umgebenden Knochens, sprechen wir von einer Periimplantitis.
Deshalb gehört die langfristige Nachsorge für mich genauso zur Implantatbehandlung wie die Operation selbst.
Wie häufig professionelle Zahnreinigung und Kontrollen sinnvoll sind, sollte individuell anhand des persönlichen Risikoprofils festgelegt werden. Besonders wichtig sind eine konsequente häusliche Mundhygiene und die regelmäßige Kontrolle des Zahnfleisches rund um das Implantat.
Je früher Veränderungen erkannt werden, desto besser können wir reagieren. Wie Sie Warnzeichen früh erkennen und wann sich ein Implantat noch retten lässt – etwa mit der elektrolytischen Implantatreinigung –, haben wir in eigenen Beiträgen beschrieben.
Nach einem Zahnverlust verändert sich der Kieferknochen. Deshalb ist es sinnvoll, sich frühzeitig beraten zu lassen – auch wenn das Implantat nicht zwingend sofort eingesetzt werden soll.
In geeigneten Fällen kann eine Implantation bereits unmittelbar nach einer Zahnentfernung erfolgen (Sofortimplantation). In anderen Situationen ist es medizinisch sinnvoller, zunächst die Wundheilung abzuwarten und später zu implantieren. Die Unterschiede erklären wir im Beitrag Sofortimplantat oder klassisches Implantat.
Welcher Implantationszeitpunkt geeignet ist, hängt unter anderem von der lokalen Entzündungssituation, dem Knochenangebot, der Stabilität des Implantats und weiteren individuellen Faktoren ab.
Deshalb würde ich nicht pauschal sagen: „Je früher, desto besser.“
Ich würde sagen:
Je früher eine vernünftige Planung erfolgt, desto mehr Möglichkeiten können wir berücksichtigen.
Wenn bereits Röntgenbilder vorhanden sind, bringen Sie diese gerne mit. Wichtig sind außerdem eine aktuelle Medikamentenliste und Informationen zu relevanten Vorerkrankungen. Alles Weitere finden Sie unter Vor dem Besuch; den Anamnesebogen können Sie vorab online ausfüllen.
Und sagen Sie uns offen, was Ihnen wichtig ist.
Möchten Sie möglichst wenige Eingriffe? Haben Sie Angst vor einer Operation? Ist Ihnen eine metallfreie Versorgung wichtig? Möchten Sie wissen, welche Kosten entstehen? Wurde Ihnen bereits gesagt, dass nicht genügend Knochen vorhanden ist?
Je mehr wir über Ihre Situation und Ihre Wünsche wissen, desto besser können wir gemeinsam entscheiden.
Wenn ich meine Erfahrung aus mehr als 10.000 Implantationen auf einen Gedanken reduzieren müsste, wäre es dieser:
Ein gutes Implantat beginnt nicht mit dem Implantat. Es beginnt mit der richtigen Entscheidung.
Nicht jeder braucht Knochenaufbau. Nicht jeder Patient mit einer Vorerkrankung muss auf Implantate verzichten. Nicht jede Zahnlücke sollte sofort versorgt werden – und nicht jede sollte jahrelang unbeachtet bleiben.
Entscheidend ist eine individuelle Diagnostik und eine Behandlung, die zur anatomischen und gesundheitlichen Situation des Patienten passt.
Genau dafür ist das persönliche Beratungsgespräch da.
In der MKG Köln West in Köln-Weiden beraten wir zu klassischen Zahnimplantaten ebenso wie zu komplexen Ausgangssituationen mit ausgeprägtem Knochenabbau, Angst oder medizinischen Risikofaktoren.
Die Erstberatung ist unverbindlich. Einen Termin können Sie online oder direkt über unsere Praxis vereinbaren.
Stand: September 2026 · Medizinisch geprüft von Dr. Dr. Johannes Scholz
Dieses Infoportal wird von MKG Köln West betrieben, einer auf Implantologie spezialisierten Fachpraxis für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie in Köln (Bunzlauer Str. 1, 50858 Köln-Weiden). Alle Behandlungen finden dort statt.

Unsere Praxis liegt in Köln-Weiden, Bunzlauer Str. 1, direkt am Rhein-Center. Barrierefreier Zugang, Aufzug, kostenlose Parkplätze und schnelle Anbindung mit KVB-Linie 1 und S-Bahn Lövenich machen Ihren Termin für Zahnimplantate in Köln gut erreichbar.
